Keine Luftbelastung in Innenräumen durch Teppichboden

In den letzten Jahren wurde berichtet, dass Gesundheitsprobleme und Unbehagen von Personen mit VOC-Emissionen in Wohnungen, an Arbeitsplätzen oder in anderen Gebäuden in Verbindung gebracht wurden (mit VOC werden organische Verbindungen bezeichnet, die aufgrund Ihrer Flüchtigkeit z.B. aus Baumaterialien in die Innenraumluft entweichen können).

Diese Fälle klassifizierte man als Sick-Building Syndrome (SBS/gebäudebezogene Störung des Allgemeinbefindens) oder als Building-Related Illness (BRI / gebäudebedingte gesundheitliche Beschwerden). Die Forschung hat gezeigt, dass VOC-Emissionen aus Baumaterialien Verursacher solcher Probleme sein können.
Die beste Möglichkeit zur Minimierung der VOC-Emissionen im Innenraum ist die Kontrolle und Reduzierung dieser Chemikalien in allen Bau- und Einrichtungsmaterialien.

 

Während der letzten 15 Jahre haben die in der GUT (Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden e.V.) organisierten Teppichbodenproduzenten kontinuierlich die VOC-Emissionen aus ihren Produkten reduziert und kontrolliert.

Die zulässigen Grenzwerte sind kontinuierlich gesenkt worden.

 

Alle GUT-geprüften Teppichböden emittieren im produktionsfrischen Zustand weniger als 300 g/m3 VOCs und entsprechen in vollem Umfang dem wissenschaftlichen Bewertungsprogramm für Produktemissionen, das im Rahmen der “Europäischen Gemeinschaftsaktion”, “Luftqualität in Innenräumen & ihre Auswirkung auf den Menschen, Bericht 18” (ECA 18) erarbeitet wurde und dem AgBB-System (Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten).

GUT-System im Vergleich zu ECA 18 und AgBB

 

ECA 18

Agbb

GUT

µg / m³

3 Tage

28 Tage

3 Tage

28 Tage

3 Tage

TVOC

5.000

200

10.000

1.000

300

TVOC ohne LCI

-

20

-

100

100

STVOC

-

-

-

100

30

R-Wert

-

>1

-

>1

>1

Karzinogene
Substanzen

-

10

> n.n

n.n

 


 

Diese Graphik zeigt, dass sich VOC-Emissionen aus Teppichböden kontinuierlich verringern. Heute trägt ein Teppichboden, der den strengen GUT-Prüfkriterien entspricht, nicht zur Luftbelastung in Innenräumen bei. Eventuell vorhandene geringe VOC-Mengen werden nur während der ersten Wochen freigesetzt und verschwinden dann gänzlich. Teppichböden sind sicher und stellen kein Gesundheitsrisiko dar.

GUT-Kontrollprüfung
GUT-Produktprüfkriterien (Auszug)

Die Verwendung der nachstehend aufgelisteten Substanzen ist entweder verboten oder die GUT hat für diese Substanzen Grenzwerte festgelegt, die nicht überschritten werden dürfen. Die Produkte der GUT-Mitglieder entsprechen diesen Kriterien.

 

Organische
Färbebeschleuniger

Verboten: Di-, Tri-, Tetra-, Penta- und Hexachlorbenzol; Di-, Tri-, Tetra- und Pentachlortoluol

Azofarbstoffe

Verbotene Farbstoffe und Pigmente, die unter Reduktionsbedingungen krebserregende Amine freisetzen.

Dispersionsfarbstoffe

Verboten: Farbstoffe, die als "allergisierend" eingestuft sind.

Krebseregende Farbstoffe

Verboten: Farbstoffe, die als "krebserregend" eingestuft sind.

Schwermetalle

Farbstoffe und Pigmente, die bestimmte Schwermetalle als Bestandteile der Farbkomponente enthalten, sind nicht für das Färben des Polmaterials zugelassen.

Flammschutz

Verboten: spezifische halogen- und posphorhaltige Flammschutzmittel.

Aktive biozide Substanzen

Biozide, die möglicherweise als Wirksubstanzen in Rezepturen enthalten sind, sind entweder verboten oder für den Wirkstoff oder die Wirkstoffgruppe ist ein Grenzwert festgelegt.

Emissionen aus
textilen Bodenbelägen

Flüchtige organische Verbindungen aus textilen Bodenbelägen werden mit Hilfe des Prüfkammerverfahrens ermittelt

Geruch

Das geprüfte Material sollte lediglich den typischen Neuwarengeruch geringer Intensität haben.

 

(Siehe auch “Prüfkriterien” auf www.gut-ev.de)